Dogsharing: Grundregeln beim „Hunde teilen“

Beweggründe für das Dogsharing kann es viele geben. Wie es funktionieren kann und wie Hunde mit verschiedenen Bezugspersonen zurecht kommen, haben hat uns Hundetrainerin Conny Sporrer erklärt.

Fehlt Frauchen oder Herrchen auf einmal die Zeit für Bello, kann guter Rat teuer, die Lösung aber ganz nah sein. Vielleicht in Form von Dogsharing, sprich: eines Hundefreundes, der zeitweise die Betreuung des Vierbeiners übernimmt.

Patchwork-Familie für den Hund

Plötzlich ist er da, der neue Job! Und der Hund darf womöglich nicht mehr mit. Oder muss vielleicht aus anderen Gründen viel länger als sonst alleine die Wohnung hüten. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders – und vor allem nicht des Vierbeiners als sozialem Wesen.

„Dogsharing“ ist das neue Schlagwort! Es kann die Lösung sein, wenn’s für Frauchen oder Herrchen zeitlich knapp wird. Oder für all jene, die keinen Hund haben, allerdings gerne Zeit mit einem verbringen möchten.

Wie das aussieht? Bello wird quasi aufgeteilt – unter Verwandten oder Freunden. Aber auch „Dogsharing“-Plattformen helfen dabei, Hundefreunde zu finden, mit denen das „Teilen“ möglich ist. Hundetrainerin und Inhaberin von Martin Rütter DOGS in Wien, Conny Sporrer, sieht darin eine mögliche dreifache „Win-win-win-Situation“. Denn sowohl Halter als auch Hund und Betreuer können davon profitieren: „Der Hundebesitzer weiß seinen Liebling in guter Obhut und muss ihn nicht alleine lassen, der Hund ist in guter Gesellschaft und muss nicht alleine zu Hause bleiben und der oder die Betreuer/in kann eine bestimmte Zeit mit einem Hund verbringen, auch wenn für einen eigenen ‚Vollzeit-Vierbeiner‘ keine Zeit da ist.“

Dogsharing will wohl überlegt sein

Dennoch: Eine Husch-husch-von-heute-auf-morgen-Aktion sollte Dogsharing keinesfalls sein. Über einige wichtige Punkte gilt es, sich unbedingt Gedanken zu machen, bevor man den eigenen Hund in die Obhut eines anderen Hundefreundes gibt.

„Der Betreuer oder die Betreuerin muss natürlich erst eine Beziehung zum Hund aufbauen, sollte mit ihm trainieren und nicht einfach nur mit dem Hund in den Wald fahren, um dort die eigene Seele baumeln zu lassen“, so Sporrer. Noch konkreter: „Gerade ein guter Rückruf sollte trainiert werden. Man muss genau wissen, wie der Hund auf andere Hunde, Spaziergänger, Radfahrer, Kinder und so weiter reagiert und wie damit umgegangen werden sollte. Es sind also eine gewisse Vorbereitung und ein Training nötig, bis es dann tatsächlich zum reinen Vorteil für alle Beteiligten wird.“

FÜR DEN HUND IST ES „VOLLKOMMEN OKAY, MEHRERE BEZUGSPERSONEN ZU KENNEN UND ZU AKZEPTIEREN“, SO SPORRER.

kann.

Sinnvolle Verantwortungsteilung

Wobei die Frage hinzukommt, wer im Falle des Falles für sämtliche Kosten aufkommt. „Angenommen, der Hund wird während des Spaziergangs mit seinem Betreuer gebissen – wer übernimmt hier die Tierarztkosten? Wer entscheidet, ob im Falle einer Krankheit operiert oder doch eher auf alternative Heilmittel zurückgegriffen wird? All diese Fragen würde ich im Vorhinein schriftlich klären und festlegen. Generell halte ich es auch für sinnvoller, eine Haupthalterin oder einen Haupthalter festzulegen, der im Zweifel die Hauptverantwortung trägt und auch Entscheidungen übernimmt“, rät die Trainerin.

Grundregeln für glückliches Dogsharing

Einig sollte man sich außerdem in Sachen „Basis“-Erziehung sein. Gerade in einer Phase, wo es darum geht, dem Hund gewisse Grundsatzregeln beizubringen, „machen es unterschiedliche Strukturen und Vorgaben für den Vierbeiner nur komplizierter.“

Generell ist aber auch hier die Flexibilität der Hunde großartig: „Hunde haben wie Kinder die Fähigkeit, bestimmte Regeln auch den unterschiedlichen Menschen zuzuordnen“, so Conny Sporrer.

Als schnelle Lösung sollte Dogsharing also nicht gesehen werden – ist jedoch ein wahrer Hundefreund gefunden, den auch der eigene Vierbeiner sympathisch findet, kann das für alle eine Bereicherung sein.

Quelle:https://www.diehundezeitung.com/dogsharing-der-geteilte-vierbeiner/

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